Interview mit „Fast-Ex-Coach“ Arben Kaludra

Die Fußball-Saison 19/20 fand Corona bedingt ein jähes Ende. Wie hast du die fußballfreie Zeit überbrückt?

Zunächst habe ich viel mit meinen Kindern unternommen, was wirklich eine schöne Erfahrung war. Ab Ostern haben wir dann im Garten einen Pool installiert sowie eine Gartenhütte gebaut, so dass mir wirklich alles andere als langweilig war. Auch die „11Fragen-Serie“ hat mich gut beschäftigt in der Zeit. Natürlich hätte ich aber lieber die Rückrunde gespielt.

3. Platz in der Endtabelle 19/20, was wäre bei normalem Verlauf möglich gewesen?

Wir spielen in der Regel seit Jahren eine gute Rückrunde beim SV, daher denke ich, dass wir trotz der unglücklichen Niederlage in Bühlerzell durchaus noch um den Relegationsplatz hätten spielen können. Man muss aber einräumen, dass wir verdient nur auf Platz drei der Tabelle standen. In einigen Spielen konnten wir aufgrund von Verletzungen und mangelnder Fitness einfach nicht das abrufen, was eigentlich in uns steckt.

Der Bezirkspokal 19/20 wird fortgesetzt. Wie stehen die Chancen wieder einmal das Finale zu erreichen?

In einem K.O.-Spiel ist prinzipiell immer alles möglich. Es wird ein Spiel auf Augenhöhe. Natürlich will die Mannschaft ins Finale. Die Situation ist speziell, da ich das Spiel mit Tobi coachen werde, aber das Training bereits der neue Trainer Marco Reuß leitet. Mit Jakob Scheidel droht zudem ein gerade für solche Spiele immens wichtiger Spieler aufgrund einer Verletzung im Test gegen Oberwittstadt auszufallen. Wie immer sind wir aber sehr zuversichtlich. Mit einem Sieg könnte bei einem Finaleinzug von Obersontheim bereits die Teilnahme am WFV-Pokal gesichert sein. Dort würde ein hochkarätiger Gegner warten.

Nach drei erfolgreichen Jahren beendest du dein Trainer-Amt beim SV Wachbach. Wie fällt dein Fazit aus?

Insgesamt absolut positiv.

Es war eine sehr intensive Zeit mit einem sehr erfolgreichen ersten Jahr, das mit dem Punktabzug und dem dadurch verpassten Meistertitel allerdings sehr tragisch endete und auch die nachfolgenden Jahre nicht unwesentlich beeinflusste. Mich persönlich hat das damals zugegebenermaßen sehr belastet und auch bei der Mannschaft waren deutliche Spuren sichtbar, so dass wir im zweiten Jahr erst in der Rückrunde an die gewohnte Leistungsfähigkeit anknüpfen konnten. Im dritten Jahr mussten wir mit den Abgängen und Ausfällen von Gutsche, Volkert, Limbrunner und Ettwein und Co. einen kleinen Umbruch bewältigen, was insgesamt gesehen ganz gut gelungen ist.

Nichtsdestotrotz ist man als Trainer nie ganz zufrieden. Ich hätte gerne noch mehr und noch nachhaltiger gewisse Inhalte vermittelt, habe aber gemerkt, dass man auch Rückschritte akzeptieren muss und ab und an bei gewissen Dingen wieder von vorn beginnt.

Für mich war es bereits als junger Spieler ein Lebenstraum, irgendwann einmal die „Erste“ zu trainieren. Ich will aber auch nicht verschweigen, dass ich schon auch enormen Druck verspürt habe. Erstens sollte ich in Wolfgang Tittls große Fußspuren treten, zweitens hatte die Mannschaft einmal mehr den Abstieg aus der Bezirksliga verhindert in welcher sie schon Jahrzehnte lang spielt und drittens hatte ich mit meiner Meinung was Fußball betrifft bis dahin selten hinterm Berg gehalten, so dass ich schon auch erleichtert bin, dass wir dann relativ erfolgreich waren.

Fairness war und ist für dich ein wichtiger Begriff. Dass andere Vereine dies nicht so sehen, musste der SV leidvoll erleben. Würdest du im Rückblick andere Entscheidungen treffen?

Natürlich würde ich im Nachhinein den Wechsel gegen Neuenstein nicht mehr durchführen 🙂

Was jedoch das Fairplay und unser Auftreten in sehr vielen Situationen angeht, bin ich schon stolz auf die Truppe. Wir haben uns in drei Jahren stets gut präsentiert, keine Platzverweise wegen meckern kassiert, keine Elfer geschunden, keine Rudelbildung provoziert, eigentlich nicht mal auf Zeit gespielt oder uns sonstiges Fehlverhalten gezeigt. Die Botschaft ist: man kann trotzdem erfolgreich sein. Ich würde mir wünschen, dass die Spieler dies auch für die Zukunft verinnerlicht haben.

Was wünscht du deinem Nachfolger?

Ich wünsche Marco, dass die Jungs die vielleicht einmalige Chance erkennen, welche diese Saison ohne Absteiger aus der Landesliga bieten kann und dass sie dem Fußball dementsprechend viel unterordnen und mitziehen. Wenn dann noch wichtige Spieler verletzungsfrei bleiben, hoffe ich, dass er mit seinen neuen Impulsen die Mannschaft ans Leistungslimit führen kann. Erfolg kommt dann von allein.

Wie sehen deine neuen sportlichen Ziele aus? Neuer Trainer-Job oder doch Pokal-Sieg mit den „Jungen“ Alten Herren des SV?

Ich bin da ehrlich gesagt bei beidem noch unentschlossen. Auf jeden Fall will ich wieder mehr Sport treiben, dafür war wirklich wenig Zeit. Die „Junge Ah“ werde ich so gut ich kann unterstützen, den Pokal zu gewinnen ist allerdings schwer. Dann eher mit der Ersten.

Bezüglich eines neuen Trainer-Jobs: schöner als beim SV wird es wohl nicht mehr werden, von daher muss ich mir schon gut überlegen, ob ich jemals wieder Trainer sein werde. Ich lass das auf mich zukommen.

Was du sonst noch sagen möchtest …

Abschließend möchte ich allen danken, die die letzten drei Jahre mit mir gemeinsam im Sinne des SV Wachbach gearbeitet haben. Allen voran natürlich den Spielern, meinem Co-Trainer Tobi und Torwarttrainer Jürgen. Aber auch mit den Trainern der Zweiten und Jugend lief es sehr harmonisch ab. Vorstand, Abteilungsleitung und Betreuerstab taten alles in ihrer Macht Stehende, um unsere Arbeit zu unterstützen, ebenso wie die AH und die Familie Fleck. Danke auch an unsere Fans, die uns sowohl zuhause als auch auswärts stets unterstützt haben und einige unvergessliche Aktionen veranstaltet haben.

Selbstverständlich ist auch Wehmut mit dabei, wenn man so ein Gebilde verlässt. Ich bin aber überzeugt, dass es für die Entwicklung des Teams der richtige Schritt war. Zudem war ich vor dem Traineramt beim SV aktiv und werde es in irgendeiner Art auch danach wieder sein und dem Verein erhalten bleiben.

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